Die Morgenroutine – für einen strukturierten Start in den Tag 3


WeckerDas Befolgen einer indiviuellen Morgenroutine ist eine der häufigsten Empfehlungen, die man zum Thema Produktivität bekommt. Leo Babauta, Autor des äußerst lesenswerten Blogs ZenHabits ist beispielsweise ein Befürworter solcher Routinen. Auch der deutsche Blogger Soeren Eisenschmidt hat kürzlich in einem eindrucksvollen Artikel seinen enorm strukturierten Arbeitstag vorgestellt, der auch eine klar definierte Morgenroutine beinhaltet.

Grundsätzlich ziehe ich Flexibilität einem starren Regelwerk vor, doch glaube ich, dass ein strukturierter Start in den Tag sehr hilfreich für die bewusste Lebensgestaltung sein kann.

Wie einige Leser vielleicht wissen, verlebe ich derzeit die letzten Tage meiner zweimonatigen Elternzeit. Mangels Arbeitsalltag habe ich diese Wochen eher unstrukturiert zugebracht. Der Wiedereinstieg ins Berufsleben scheint ein guter Zeitpunkt zu sein, eine auf meine Bedürfnisse abgestimmte Morgenroutine zu etablieren. Dazu habe ich mir den folgenden Ablauf zurecht gelegt:

05:30 – 05:35: Aufstehen, Wasser trinken
In der Vergangenheit war ich ein geradezu fanatischer Nutzer der Snooze-Funktion meines Weckers, mit der man den Angang des Aufstehens quälend lang vor sich herschieben kann. Ich bin fest entschlossen, diesem Akt der Selbstfolter mit meiner Morgenroutine ein Ende zu bereiten. Daher sind für diesen ersten Tagespunkt auch nur fünf Minuten eingeplant.

05:35 – 05:50: Facebook und Twitter checken und befüttern, E-Mails flaggen
Seit ich ein iPad besitze, kann ich mir auch ohne den Rechner hochzufahren einen Überblick verschaffen, was über Nacht passiert ist. Dabei ist mir insbesonder die Flipboard-App eine große Hilfe. Interessante Fundstücke teile ich direkt mit meinem Netzwerk. An dieser Stelle entscheide ich auch, ob ein morgendlicher Post im Webmaster Blog angebracht ist.

E-Mails, die über Nacht eingetrudelt sind, werden nach einem einfachen System abgearbeitet: Ist eine dringende Antwort erforderlich, wird die Nachricht in Google Mail mit einem Stern versehen. Diese Mails versuche ich, bereits auf der Fahrt zur Arbeit zu beantworten. Die meisten Mails sind nicht ganz so eilig und verbleiben entweder zur Beantwortung im Laufe des Tages in der Inbox, oder werden nach dem Lesen gelöscht beziehungsweise archiviert. Ziel ist es, am Abend eine leere Inbox zu haben.

05:50 – 06:05: Morgengymnastik oder Meditation
Mein Krafttraining absolviere ich dreimal wöchentlich am Abend. Ich habe allerdings festgestellt, dass es sinnvoll ist, einige Zusatzübungen getrennt von der Haupttrainingseinheit auszuführen. Dabei handelt es sich vor allem um Beweglichkeitsübungen und Übungen für die Rumpfstabilität. Hierfür habe ich ein viertelstündiges Zeitfenster in der Morgenroutine vorgesehen. Je nach Gefühlslage ersetze ich diese Trainingseinheit durch eine Meditation.

06:05 – 06:10: Den wichtigsten Task des Tages bestimmen
Es wird immer mehr Dinge zu tun geben, als man in der Lage ist, zu bewältigen. Diese unbequeme Lebenswahrheit habe ich bereits vor längerem akzeptiert, und mich vor diesem Hintergrund von klassischen ToDo-Listen getrennt. Stattdessen will ich einige Minuten meiner Morgenroutine nutzen, um mir über die wichtigste Aufgabe des Tages klar zu werden. Diese notiere ich in meinem Handy und setze alles daran, diese so früh wie möglich, spätestens aber bis zum Ende des Tages, zu erledigen.

06:10 – 06:20: Frühstück
Mein Frühstück besteht aus einem Whey-Protein Shake und einer Banane. Diese Kombination hat sich seit Jahren bewährt, und ein Zeitfenster von zehn Minuten ist hierfür mehr als ausreichend.

06:20 – 06:35: Frau und Tochter wecken
Unsere Tochter hat noch keinen ganz festen Rhythmus, und mitunter ist sie um diese Zeit bereits wach. In jedem Fall steht an dieser Stelle meiner Routine eine Viertelstunde Familienzeit.

06:35 – 06:50: Mittagessen vorbereiten
Mein Mittagessen besteht an Werktagen aus Nudeln und etwas rohem Gemüse. Fünfzehn Minuten sind ausreichend für die Vorbereitung und transporttaugliche Verpackung.

06:50 – 07:05: Duschen, Zähneputzen, anziehen
Die Vorbereitungen für die Abreise im Büro bilden den Abschluss meiner Morgenroutine. Falls ich beim Nachrichtencheck um 05:30 beschlossen habe, einen morgendlichen Blogpost zu verfassen, nehme ich mir dafür jetzt maximal 30 Minuten Zeit und verlasse im Anschluss das Haus. Gibt es keinen Blogpost, begebe ich mich bereits um 07:10 auf den Weg zur Arbeit.

Wie man sieht ist diese Morgenroutine ziemlich straff geplant. Ich habe jedoch nicht vor, mich dabei religiös an die hier aufgeführten Minuten zu halten: Auf keinen Fall sollen die ersten Stunden des Tages von Hektik bestimmt sein. Wichtig ist für mich, die Start- und Endzeit dieser Routine fest zu etablieren und alle Bestandteile erfolgreich zu erledigen.


Über Thomas Frütel

Thomas Frütel ist Softwarearchtitekt, Kraftsportler, Gesundheitsfanatiker und Familienvater. Auf idealkraft.de schreibt er über alles, was mit menschlicher Leistungsoptimierung - Human Performance Optimization - zu tun hat.


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3 Gedanken zu “Die Morgenroutine – für einen strukturierten Start in den Tag

  • Andy

    Hi:)

    zu den Beweglichkeitsübungen und vorallem Übungen wie Rumstabilität:

    Damit ist zB. die Planke gemeint? auch der Käfer? Ich trainiere immer Montag und Freitags im Kraftraum. Allerdings gegen Mittag, da es mir am Abend zu voll ist.

    Zusätzlich geh ich 1-2 x schwimmen(oder auf den Crosstrainer).

    Ich mach ja die Planke und den Käfer immer am Ende des Krafttrainings. Ists denn besser diese Übungen getrennt vom Krafttraining im Studio zu machen?.

    Nur wann? Wenn ich Kreuzheben usw. mache wird auf Rumpf/Bauch beansprucht. Wenn ich dann nächsten Morgen die Plank mache, hat die Muskulatur dann genug Zeit zur Regeneration?.

    Viele Grüße
    Andy

    • Thomas Frütel Beitragsautor

      Hallo Andy,

      die Frage ist berechtigt. Ich mache mir inzwischen wenig Sorgen um die Regeneration einzelner Muskelpartien. Die kommen in der Regel damit klar, oft oder gar täglich beansprucht zu werden. Viel wichtiger scheint mir, das Gesamtsystem nicht zu überlasten, aber das schafft man nur mit großen Übungen (Kniebeugen, Kreuzheben, Rudern…). Ein paar Planken oder Kettlerbell Swings am Morgen sollten eigentlich keine Probleme bereiten.

      Schöne Grüße,
      Thomas