Fazit zur Warrior-Diät 3


Vor einigen Wochen berichtete ich über mein Experiment mit der Warrior-Diät. Inzwischen kann ich als persönliches Fazit ziehen, dass diese Form der Ernährung für mich ungeeignet ist. Dennoch habe ich einige interessante Impulse mitgenommen.

Wie sah ein Tag für mich während dieser Diät aus? Ich begann den Tag wie gewohnt mit einer Banane und einem Whey-Protein Shake. Das ist ein vergleichsweise üppiges Frühstück auf der Warrior-Diät, aber ohne den Shake am Morgen wäre ich umöglich auf eine ausreichende Eiweißmenge gekommen. Im Laufe des Vormittags gab es dann meist eine Handvoll gemischter Nüsse und Cranberries. Gegen Mittag beispielsweise ein kleiner Apfel, eine halbe Paprika, ein Stück Möhre und etwas Hüttenkäse. Nachmittags wieder ein paar Beeren und Nüsse. Am Abend dann schließlich das große Mahl:

  • Ein großer Salat bestehend aus einem halben Kopf Eisbergsalat, einer Paprika, einer halben Zwiebel, einer Möhre in Scheiben, Radieschen, Schinken, Schafskäse, und Pinienkernen. Dazu ein Dressing aus Balsamico-Essig und Olivenöl.
  • Ein Hauptgang aus 300 bis 400 Gramm Fleisch oder Geflügel mit gekochtem oder gebratenem Gemüse.
  • Eine kleine Portion Nudeln, etwa 80 Gramm
  • Wenn noch Appetit da war, ein Joghurt mit Blaubeeren

An Trainingstagen gab es zwischen dem Training und Abendmahlzeit noch den obligatorischen Post-Workout Shake mit Whey-Protein, Ovomaltine und Traubenzucker.

Beachtlich war, dass ich den Tag über tatsächlich kaum Hungergefühl verspürte, obwohl ich nur minimale Nahrungsmengen zu mir nahm. Trotzdem habe ich während der kurzen Zeit beachtlich an Gewicht verloren: 3 Wochen auf der Warrior-Diät führten zu einem Gewichtsverlust von etwa 5 kg. Da ich in dieser Zeit wegen einer recht hartnäckigen Erkältung nicht optimal trainieren konnte, kann ich leider nicht endgültig sagen, wie sich diese Ernährungsweise auf die Trainingsleistung auswirkt. Bei einem derart radikalen Gewichtsverlust ist aber anzunehmen, dass ich nicht ausschließlich Fett verloren, sondern auch Muskelmasse eingebüßt habe. Es steht auch die Frage im Raum, ob das Fasten meine Abwehrkräfte geschwächt und somit die Erkältung verschlimmert haben könnte.

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Warrior-Diät für reine Fitness-Sportler geeignet ist. Fortgeschrittenen Kraftsportlern kann ich zumindest meine Variante nicht ans Herz legen. Im Netz kursieren diverse auf Bodybuilder zugeschnittene Abwandlungen der Warrior-Diät, die aber üblicherweise stark auf die Verwendung von Supplements wie BCAA und Glutamine setzen. Das läuft jedoch dem Wunsch zuwider, eine weitgehend natürliche Ernährung zu befolgen und stellt somit für mich keine Alternative dar.

Unabhängig von den Auswirkungen auf den Körper gibt es noch einen weiteren Aspekt, der mich von einer Fortführung dieser Diät abhält: Der Zeitaufwand für die abendliche Mahlzeit ist immens. Die Zubereitung kostete mich oft eine gute Stunde, eine weitere Stunde ging für den Verzehr ins Land. Während meiner Elternzeit konnte ich mir diesen Luxus noch einigermaßen Leisten, aber täglich zwei Stunden mit dem Abendessen zuzubringen halte ich langfristig nicht für zumutbar.

Das Buch von Ori Hofmekler ist trotz alledem lesenswert: Alleine seine Ausführungen über die Vor- und Nachteile verschiedenster Lebensmittel sind äußerst interessant. Letztendlich haben die Warrior-Diät und die daraus resultierende Beschäftigung mit der Paleo-Bewegung mich auch motiviert, meine tägliche Ernährung wieder abwechslungsreicher und ursprünglicher zu gestalten. Beeren, Nüsse und rohes Gemüse haben einen festen Platz auf meinem Speiseplan gefunden. Zucker meide ich noch mehr als bisher und von künstlichen Süßstoffen habe ich mich vollständig verabschiedet. Diese Änderungen, so glaube ich, werden meinem Körper langfristig gut tun.


Über Thomas Frütel

Thomas Frütel ist Softwarearchtitekt, Kraftsportler, Gesundheitsfanatiker und Familienvater. Auf idealkraft.de schreibt er über alles, was mit menschlicher Leistungsoptimierung - Human Performance Optimization - zu tun hat.


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3 Gedanken zu “Fazit zur Warrior-Diät

  • Markus

    Vielen Dank für den interessanten Versuch, Thomas. Eigentlich war mir klar , dass das ganze für Bodybuilder nicht funktionieren kann, da mit dem System zu viele ernährungsmäßige „katabole Löcher“ für eine gleichmäßige Nährstoffversorgung aufgerissen wurden. Aufgrund der Minimalversorgung tagsüber und der einen Megamahlzeit am abend lag es auf der Hand, dass es zu Muskelabbau kommen musste obgleich der meiste Gewichtsverlust sicherlich Wasser war (zu wenig Kohlehydrate).
    Aber da Du auch Erkenntnisse gewinnen konntest, die Du künftig nutzbringend „einsetzen“ kannst, war das ganze nicht umsonst.
    Eine Frage erlaube ich mir noch zu stellen: Weshalb nunmehr die radikale Abkehr von der Verwendung von Süßstoffen ?

  • Thomas Frütel Beitragsautor

    Hi Markus! Süßstoffe waren mir schon lange ein Dorn im Auge. Ich habe grundsätzlich ein schlechtes Gefühl dabei, meinem Körper Stoffe zuzuführen, die in der Natur nicht vorkommen. Bei Transfettsäuren gibt es wohl keinen Zweifel mehr, dass diese gesundheitsschädlich sind, aber auch Aspartam ist immer mal wieder in der Debatte. Es scheint so zu sein, dass dieses bei manchen Menschen Migräne auslöst. Studien zu einer krebsfördernden Wirkung von Aspartam sind zumindest kontrovers.

    Paleo-Beführworter lehnen sogar Getreide- und teilweise Milchprodukte ab, weil sie annehmen, dass der menschliche Körper sich an diese Nahrungsmittel noch nicht angepasst haben kann. Nun gibt es durchaus Hinweise, dass in den letzten 10.000 Jahren zumindest eine Anpassung an Milchprodukte stattgefunden hat. Transfettsäuren, gehärtete Fette, Süßstoffe und Geschmacksverstärker sind jedoch erst in den letzten 50 Jahren auf den menschlichen Speiseplan gerückt.

    Mag ja sein, dass einige dieser Stoffe tatsächlich völlig unproblematisch sind, aber ich komme auch ganz gut ohne aus.

    • Markus

      Hi Thomas ! Danke für die ausführliche Stellungnahme.
      Prinzipiell hast Du völlig recht: Je natürlicher das Nahrungsmittel umso besser sollte es für den menschlichen Körper sein. Werde auch versuchen mal ohne die künstlichen Süßstoffe auszukommen, ganz werde ich es zwar nicht schaffen (ich liebe Cola-light :-), werde aber drastisch reduzieren . Kann ja nie schaden, denn mögliche Langzeitfolgen muss man ja nicht unbedingt herausfordern………….