Jahreswechsel: Zeit um neue Ziele zu stecken


Gute Vorsätze zum neuen Jahr hat wohl jeder schon mal gefasst. Die meisten von uns haben ebenfalls die Erfahrung gemacht, dass viele dieser Vorsätze bereits im Januar wieder über Bord geworfen werden.

Das ist schade, denn tatsächlich ist ein Ereignis wie ein Jahreswechsel die perfekte Gelegenheit, die Weichen für ein erfolgreiches Jahr zu stellen. Das lässt sich am besten bewerkstelligen, indem man sich konkrete Ziele für das kommende Jahr setzt. Je klarer diese formuliert sind, desto leichter kann man am Ende des Jahres den eigenen Erfolg beurteilen.

Eine Roadmap für das ganze Jahr

Ein Jahr erscheint uns oft wie ein langer, unkalkulierbarer Zeitraum. Blicken wir allein auf das zurückliegende Jahr zurück, so fallen jedem bestimmt dutzende Dinge ein, die am Anfang des Jahres überhaupt nicht absehbar waren, das eigene Leben jedoch nachhaltig verändert haben. Ist es da überhaupt sinnvoll, einen Plan für das ganze Jahr aufzustellen? Ich behaupte: Ja, es lohnt sich. Denn nur wenn man ein schlüssiges Gesamtbild davon hat, wo man hin will, hat man die Möglichkeit, die Tages- und Wochenplanung auf diesen Masterplan abzustimmen.

Sich Ziele zu stecken und diese schriftlich festzuhalten kann eine große Hilfe bei der persönlichen Lebensgestaltung sein. Ein Großmeister dieser Disziplin ist vermutlich John Goddard, der sich auf seiner Website ganz unbescheiden als »World’s Greatest Goal Achiever« bezeichnet. Sieht man sich einmal an, was dieser Mann in seinem Leben alles erreicht hat, so muss man wohl eingestehen, dass er diesen Titel nicht zu Unrecht führt:

  • Den Nil mit einem Kajak befahren
  • Fliegen lernen
  • Einen Zeppelin, einen Ballon und einen Segelflieger fliegen
  • 50 Worte pro Minute auf der Schreibmaschine tippen
  • Ein Buch schreiben
  • Die Bibel von vorne bis hinten lesen
  • Flöte und Violine spielen lernen
  • Clair de Lune auf dem Klavier spielen
  • Die Cheopspyramide besteigen
  • Heiraten und Kinder haben
  • Das 21. Jahrhundert erleben
  • etc…

Insgesamt zeichnet sich hier das Bild eines Menschen, der sehr viel gelernt und erlebt hat. Wie war es Goddard möglich, all diese Dinge zu erreichen? Bereits im Alter von 15 Jahren formulierte er eine Liste mit 127 teilweise sehr ambitionierten Zielen, die er in seinem Leben erreichen wollte. Seine Lebensplanung hat er konsequent an dieser Liste ausgerichtet. Heute, gut 70 Jahre später, hat John Goddard einen Großteil dieser Ziele erreicht.

Ich selbst habe dieses Jahr angefangen, eine Liste mit meinen Lebenszielen aufzustellen. Unter anderem hilft mir diese Aufstellung dabei, Ziele für das nächste Jahr zu identifizieren. Mit Hilfe dieser Erkenntnisse erstelle ich dann eine Roadmap für die nächsten zwölf Monate mit Fristen für jedes gesteckte Ziel. Zum einen kristallisiert sich auf diese Weise eine klare Vision für das kommende Jahr heraus, zum anderen ermöglichen nur konkrete Ziele und Termine eine objektive Beurteilung des eigenen Erfolgs zum Ende des Jahres. In einem persönlichen Review kann man dann analysieren, was gut gelaufen ist und was nicht, um sich hoffentlich in der nächsten jährlichen Iteration erneut verbessern zu können.

Herausforderungen schaffen statt Druck aufzubauen

Das Erstellen einer solchen Jahresplanung erfordert ein gewisses Geschick bei der Zusammenstellung der Ziele und der Wahl der Fristen. Ein gewisser Ehrgeiz ist hier sicherlich angebracht, schließlich plant man für ein ganzes Jahr und man kann in diesem Zeitraum eine Menge schaffen. Andererseits halte ich es für kontraproduktiv, sich durch eine zu ambitionierte Planung übermäßig unter Druck zu setzen.

Ob man bei der Zielsetzung das richtige Maß gefunden hat, kann man mit Gewissheit erst beim Review am Ende des Jahres beurteilen. Hier ist eine gute Faustregel, dass man etwa 80 Prozent der gesteckten Ziele erreicht haben sollte. Hat man 100 Prozent erreicht, waren die Ziele vermutlich zu niedrig angesetzt. Hat man deutlich weniger als 80 Prozent erreicht, so waren vermutlich die Ziele zu ehrgeizig, oder sie wurden nicht ernsthaft genug verfolgt. Letztendlich können natürlich auch unvorhergesehene Ereignisse der Grund für eine schlechte Zielerreichung sein. Hier gilt es dann, die Ursache ausfindig zu machen und zu analysieren, was sich im nächsten Jahr verbessern lässt.

Meine Ziele für 2012

Vielleicht fragt sich nun mancher, was ich selbst mir für 2012 vorgenommen habe. Diese Ziele sind teilweise sehr persönlich, daher möchte ich meine vollständige Planung hier nicht veröffentlichen. Einen kleinen Einblick gebe ich jedoch gerne.

Ich habe insgesamt 9 Kategorien ermittelt, die mein Leben derzeit weitgehend abdecken: Freunde und Familie, Finanzen (Sparen), Finanzen (Einkommen), Sport, Kultur, Skills, Business, Reisen und Beruf. Indem ich mir Ziele in jeder Kategorie stecke, begünstige ich eine ausgeglichene Entwicklung. Einige Beispiele mit Deadlines:

  • Sport: 260 kg Kreuzheben (01.08.2012)
  • Kultur: Krieg und Frieden zu Ende lesen (01.06.2012)
  • Skills: Grundlagen des Tauchens erlernen (01.08.2012)
  • Reisen: Ein neues Land besuchen (01.12.2012)

Ich würde mich freuen, wenn dieser Einblick in meine Zielplanung dem ein oder anderen dabei hilft, seine eigenen Ziele für 2012 erfolgreicher zu verfolgen. In jedem Fall wünsche ich allen Lesern von Idealkraft ein gesundes und erfolgreiches 2012!


Über Thomas Frütel

Thomas Frütel ist Softwarearchtitekt, Kraftsportler, Gesundheitsfanatiker und Familienvater. Auf idealkraft.de schreibt er über alles, was mit menschlicher Leistungsoptimierung - Human Performance Optimization - zu tun hat.

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