Gewohnheiten als Schlüssel zum Erfolg 2


Es ist kein Geheimnis, dass ich ein großer Fan des US-Blogs zenhabits bin. Ein zentrales Thema dieses Blogs ist das Erlernen von positiven Gewohnheiten. Ich glaube, das bewusste Kultivieren bestimmter Gewohnheiten kann eine sehr wichtiges Werkzeug zur dauerhaften Verbesserung der eigenen Lebensumstände sein.

Gewohnheiten gestatten es dem Menschen, sein Leben zu führen, ohne ständig über jeden einzelnen Schritt nachdenken zu müssen. Regelmäßig ausgeführte Routinetätigkeiten werden zum Automatismus, was den nötigen Freiraum schafft, sich größeren Herausforderungen zu widmen. Das morgendliche Anziehen, Frühstücken, der Gang zum Briefkasten, die Fahrt zur Arbeit und zurück nach Hause am Feierabend – all dies sind Gewohnheitshandlungen, für die wir selten viel Gedanken aufbringen.

Für mich ist auch das regelmäßige Krafttraining eine Gewohnheit geworden. Ohne dass ich bewusst den Entschluss fassen muss, nach der Arbeit noch zum Sport zu fahren, ziehe ich regelmäßig mein Programm durch. Diese Selbstverständlichkeit ist vermutlich ein entscheidender Faktor dabei, dass ich auch nach über 20 Jahren noch Woche für Woche an der Hantel trainiere.

Gute Gewohnheiten gelten als Charaktermerkmal vieler erfolgreicher Persönlichkeiten. Der Autor Stephen R. Covey hat dies in seinem Buch The 7 Habits of Highly Effective People aufgearbeitet. Die dort beschriebenen Gewohnheiten sind aber eher abstrakter Natur, weshalb ich hier eher von Prinzipien sprechen würde: Prioritäten setzen, Synergien nutzen, etc. Mein eigenes Verständnis von Gewohnheiten sind ganz konkrete Tätigkeiten, die einem durch regelmäßige Ausführung in Fleisch und Blut übergegangen sind. Im Folgenden einige Beispiele:

  • Frühsport treiben
  • Tagebuch führen
  • Tägliche und/oder wöchentliche Ziele festlegen
  • 10 Seiten in einem Buch lesen
  • Meditieren
  • Täglich drei Liter Wasser trinken
  • Spazieren gehen
  • Bewusst lächeln

Dass ein gewohnheitsmäßiges Ausüben dieser Tätigkeiten sich positiv auf das Leben auswirkt sollte auf der Hand liegen. Leider gibt es aber auch negative Gewohnheiten:

  • Rauchen
  • Fernsehen
  • Alkohol trinken
  • Fastfood essen

Ich will diese Tätigkeiten nicht generell verteufeln. Ich trinke selbst gerne mal ein Bier und auch ein Hamburger muss hin und wieder drin sein. Aber wer aus Gewohnheit jeden Abend mit einem Bier und einer Tüte Chips vor dem Fernseher sitzt, der steckt in einer üblen Falle. Die gute Nachricht: Man kann schlechte Gewohnheiten beseitigen, indem man sie durch gute ersetzt.

Viele ehemalige Raucher haben bereits Erfahrungen mit dem Ersetzen von Gewohnheiten gemacht: Der spontane Griff zur Zigarette wurde durch den Griff zu einem Snack ersetzt. Die Tatsache, dass hier oft zu Süßigkeiten gegriffen wird ist neben dem verlangsamten Stoffwechsel mit ein Grund, warum frisch entwöhnte Raucher oft über Gewichtszunahme klagen. Sicherlich nicht der perfekte Ersatz, dennoch ist diese Gewichtszunahme das kleinere Übel gegenüber den gesundheitlichen und finanziellen Einbußen durch gewohnheitsmäßiges Rauchen.

Der Grund, warum solche Ersatzgewohnheiten so gut funktionieren, liegt in der Arbeitsweise unseres Nervensystems. Gewohnheiten haben oft Auslöser, welche das Ausführen der Handlung triggern. Im Fall des Rauchens sind solche Auslöser zum Beispiel beruflicher Stress, der Abschluss eines guten Essens oder bestimmte gesellschaftliche Situationen. Diese Trigger sind oft so tief in uns verankert, dass es einfacher ist, eine andere Gewohnheit damit zu verdrahten, als den Auslösemechanismus selbst zu eliminieren. Wenn es möglich ist, hier eine positive Gewohnheit zu etablieren, ist letzteres auch gar nicht wünschenswert.

Wie so oft ist es auch beim Erlernen neuer Gewohnheiten sinnvoll, sich auf genau eine Sache zu konzentrieren. Eine gängige Ansicht ist, dass 30 Tage ein guter Zeitrahmen sind, um eine neue Gewohnheit zu verankern. Gelingt es uns also, einer neuen Gewohnheit einen Monat lang konsequent nachzugehen, haben wir gute Chancen, dass diese für uns zum selbstverständlichen Automatismus wird. Im Idealfall können wir so in einem Jahr zwölf neue positive Gewohnheiten in unserem neuronalen Betriebssystem installieren. Eine Gelegenheit, die wir uns nicht entgehen lassen sollten, oder?


Über Thomas Frütel

Thomas Frütel ist Softwarearchtitekt, Kraftsportler, Gesundheitsfanatiker und Familienvater. Auf idealkraft.de schreibt er über alles, was mit menschlicher Leistungsoptimierung - Human Performance Optimization - zu tun hat.


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