Vom Leben in der Gegenwart


Heute möchte ich über ein Thema schreiben, das mein Lebensgefühl stark beeinflusst hat: Die Konzentration auf die Gegenwart, den jetzigen Moment. Früher habe ich mir viele Sorgen um die Zukunft gemacht: Die Umweltzerstörung, gesellschaftliche Entwicklungen, drohender Krieg, Krankheit im Alter und vieles mehr. Auch habe ich Fehler bedauert, die ich in der Vergangenheit begangen habe. Ich ging davon aus, dass diese Fehler der Grund dafür waren, dass vieles in meinem Leben nicht meiner Wunschvorstellung entsprach. Hätte ich nur schneller studiert, diese oder jene Chance im Leben wahrgenommen, früher angefangen, zu sparen: Ich wäre reich, erfolgreich und ein glücklicherer Mensch.

Irgendwann jedoch kam mir eine Einsicht: Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern, und die Zukunft kann niemand vorhersehen. Das einzige, was wir kennen und gleichzeitig beeinflussen können, ist der jetzige Augenblick. Ich mache mir inzwischen kaum noch Sorgen um Dinge, von denen ich nicht wissen kann, ob sie jemals eintreten. Und statt Fehler zu bereuen konzentrierte ich mich einfach darauf, diese nicht zu wiederholen. Ich glaube, dass diese Sichtweise meine Lebenseinstellung sehr positiv verändert hat.

The ability to be in the present moment is a major component of mental wellness.
Abraham Maslow, 1908-1970

Meine Strategie beim Setzen und Verfolgen von persönlichen Zielen ist auch von der Einsicht geprägt, dass die Zukunft ungewiss ist. Ich bin mir bewusst, dass ich einige meiner selbst gesteckten Ziele nicht erreichen werde, weil Dinge passieren werden, auf die ich keinen Einfluss habe. Es ist auch nicht schlimm, wenn ein Ziel aufgrund einer solchen unvorhersehbaren Entwicklung einmal verfehlt wird: Wenn ich jetzt, in diesem Augenblick, das jeweils Beste dafür tue, meine Ziele zu verwirklichen, so werde ich sehr viel erreichen. In der Gegenwart stellen wir die Weichen für eine bestmögliche Zukunft. Erfolg und Glück kann man nicht planen, aber man kann die Möglichkeit dafür schaffen. Das zu tun macht mich glücklich und zufrieden.

Doch Konzentration auf die Gegenwart bietet noch mehr: Das Potenzial, einen Augenblick in all seinen Facetten wahrzunehmen. Wer in seinen Gedanken dem Vergangenen nachhängt oder mit Sorge in die Zukunft blickt wird vieles, was um ihn herum passiert, gar nicht wahrnehmen.

Ich habe mir angewöhnt, mir immer mal wieder aktiv bewusst zu machen, wo ich bin und was ich gerade tue. Ob ich gerade auf dem Weg zur Arbeit bin, beim Sport, mit meiner Tochter spiele oder einen Kaffee trinke: Ich halte kurz inne und führe mir die Situation vor Augen. Ich versuche, so viele Eindrücke aufzunehmen wie möglich und betrachte Dinge und Personen um mich herum. Oft denke ich dann: »Es ist fantastisch, dass ich das tun kann, was ich hier gerade mache«. Dann lächle ich und mache einfach weiter.


Über Thomas Frütel

Thomas Frütel ist Softwarearchtitekt, Kraftsportler, Gesundheitsfanatiker und Familienvater. Auf idealkraft.de schreibt er über alles, was mit menschlicher Leistungsoptimierung - Human Performance Optimization - zu tun hat.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *