Besser leben mit Pareto: Die 80/20 Regel


Pareto VerteilungMit wenig Aufwand viel erreichen, wer möchte das nicht?

In meinem Artikel zu Grundübungen hatte ich erläutert, dass ich Erfolg beim Kraftsport im wesentlichen auf einige wenige unverzichtbare Übungen zurückführe. Alle weiteren Trainingsaktivitäten sind mehr oder weniger sinnvolles Beiwerk. Einzelne Ergänzungsübungen mögen wichtig sein, um gezielt spezifische Schwachstellen anzugreifen, aber zum Gesamterfolg tragen sie nur einen kleinen Anteil bei.

Dieses Phänomen ist ein typisches Beispiel für das sogenannte Pareto-Prinzip, auch bekannt als 80/20 Regel. Der italienische Wissenschaftler Vilfredo Pareto stellte Ende des 19. Jahrhunderts fest, dass ein großer Teil des Einkommens sich auf eine kleine Zahl reicher Leute verteilt.

Pareto ist überall

Diese Ungleichverteilung findet sich in vielen anderen Bereichen des Lebens wieder: So lebt der Löwenanteil der Bevölkerung eines Landes in einigen wenigen Großstädten, während viele kleine Orte insgesamt nur einen geringen Teil der Population stellen. In einem Aktienportfolio werden 80 Prozent der Gewinne durch 20 Prozent der Aktien realisiert. Und viele Unternehmen machen 80 Prozent ihres Umsatzes mit 20 Prozent ihrer Kunden.

Bessere Ergebnisse mit weniger Aufwand

Interessant wird die Pareto-Regel vor allem dort, wo sie helfen kann, Erfolge zu optimieren. So hilft es im Arbeitsleben, sich auf die 20 Prozent der Arbeit zu fokussieren, die wirklich wichtige Ergebnisse produzieren.

Grundsätzlich sollte man wählerisch mit seinen Ressourcen umgehen. Das heißt, dass man Zeit und Energie bewusst dort investiert, wo die meisten Resultate erzielt werden.

»There is never enough time to do everything, but there is always enough time to do the most important thing« – Brian Tracy

Pareto in der 4-Stunden-Woche

Tim Ferris, Autor des Bestsellers Die 4-Stunden-Woche, ist ein Meister in der Anwendung des Pareto-Prinzips. In seinem Buch fordert er die Leser auf, für sich die folgenden zwei Fragen zu beantworten:

  1. Welche 20% Ursachen lösen 80% Ihrer Probleme und Unzufriedenheit aus?
  2. Welche 20% Ursachen führen zu 80% der erwünschten Ergebnisse und Glücksgefühle?

Ziel ist es, erstere zu Eliminieren und sich auf letztere zu konzentrieren. Dass sich die Lebensumstände dadurch drastisch verbessern, dürfte auf der Hand liegen. Die Herausforderung liegt hier zum einen im Identifizieren der jeweils richtigen 20 Prozent, sowie im konsequenten Verfolgen des Ansatzes.

Risiken und Nebenwirkungen

Wie die meisten nützlichen Entdeckungen ist auch die Anwendung des Pareto-Prinzips nicht frei von Risiken. Karriereberater Jochen Mai warnt in einem Artikel davor, dass ein zwanghaftes Optimieren der Produktivität zu Lasten der Freizeit und der Lebensfreude gehen kann. Die Folgen sind Überlastung bis hin zum Burnout.

Ich denke dass sich dieses Risiko stark verringern lässt, wenn man sich bei der Optimierung nach Pareto nicht nur auf berufliche oder Businessziele fokussiert, sondern allen Lebensbereichen ihren Platz einräumt. Man kann sich auch in seiner Freizeit auf die 20 Prozent der Aktivitäten konzentrieren, die einem die meiste Freude bereiten oder die meiste Entspannung versprechen.

Letztendlich gilt es immer, den Spass am Leben nicht aus den Augen zu verlieren: Am Ende ist alles nur ein Spiel.


Über Thomas Frütel

Thomas Frütel ist Softwarearchtitekt, Kraftsportler, Gesundheitsfanatiker und Familienvater. Auf idealkraft.de schreibt er über alles, was mit menschlicher Leistungsoptimierung - Human Performance Optimization - zu tun hat.

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