Jetzt werde ich ungemütlich 3


GemütlichkeitAuf zenhabits gab es diese Woche wieder einen sehr lesenswerten Artikel: Unter dem Titel Discomfort Zone: How to Master the Universe schreibt Leo Babauta über das Ertragen von Unbequemlichkeit. Er begrüße Ungemütlichkeit oder Unbehagen geradezu, weil sich dies als herausragende Fähigkeit bei der Verwandlung seines Lebens erwiesen habe. Babauta weiß wovon er spricht: Noch vor einigen Jahren war er ein übergewichtiger, verschuldeter Kettenraucher mit einem chaotischen Leben. Inzwischen ist er mit seinem Blog ein Vorbild für tausende von Lesern, die ein erfolgreicheres und zufriedeneres Leben führen wollen. Nebenbei hat er seinen Körper in Top Form gebracht.

Weil er unbequeme Dinge früher stets gemieden hat, so Babauta, habe er für sich ein extrem ungemütliches Leben geschaffen. Indem er lernte, ein kleines Unbehagen geradezu zu begrüßen, habe er die Fähigkeit erlangt, nahezu alles in seinem Leben zu verändern.

In der Tat ist das Meiden unbequemer Dinge oft ein Hindernis beim Erreichen unserer Ziele. Schon letztes Jahr wollte ich 50 Artikel auf idealkraft veröffentlichen. Doch Schreiben ist mitunter schwierig, und zu oft habe ich der Gemütlichkeit, mit dem iPad auf dem Sofa zu sitzen, der Arbeit an diesem Blog den Vorzug gegeben. Jeder, der sich schon einmal ernsthaft auf einen sportlichen Wettkampf vorbereitet hat weiß, wie unbequem so manche Trainingseinheit im Vorfeld verläuft. Und auch andere erstrebenswerte Dinge wie eine gesunde Ernährung, regelmäßiges Meditieren oder auch Ordnung zu halten erfordern eine gewisse Bereitschaft, ungemütliche Dinge zu vollbringen.

Man mag das als Disziplin beschreiben, aber ich glaube, Babauta geht noch einen Schritt weiter wenn er seinen Lesern empfiehlt, Ungemütlichkeit zu begrüßen: Denn oft bietet sie eine Chance, eine Gelegenheit, sich zu verbessern, wenn man nur bereit ist, sie zu ertragen.

Erfolgsautor Timothy Ferriss schrieb einmal, dass der Erfolg eines Menschen sich meistens daran messen lasse, wie viele unbequeme Gespräche jemand bereit ist zu führen. Das mag eine radikale Aussage sein, zeigt aber, dass auch Ferriss die Bequemlichkeit für einen wesentlichen Stolperstein auf dem Weg zum Erfolg sieht.

Wichtig ist meiner Ansicht nach, dass man mit dem richtigen Augenmaß vorgeht. Wer sich permanent unwohl fühlt, wird den Spaß am Leben aus den Augen verlieren, und damit seine Lebensumstände wohl kaum verbessern. Daher gefällt mir Babautas Ansatz sehr gut, ein kleines Unbehagen zu begrüßen und als Gelegenheit zu betrachten. Obwohl ich müde war, habe ich heute auf meine Mittagspause verzichtet und stattdessen diesen Artikel geschrieben. Ich werde auch in den nächsten Wochen bewusster darauf achten, öfter den unbequemeren Weg einzuschlagen. Mal sehen, wohin mich das führt.


Über Thomas Frütel

Thomas Frütel ist Softwarearchtitekt, Kraftsportler, Gesundheitsfanatiker und Familienvater. Auf idealkraft.de schreibt er über alles, was mit menschlicher Leistungsoptimierung - Human Performance Optimization - zu tun hat.


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3 Gedanken zu “Jetzt werde ich ungemütlich

  • Chris

    Hi Thomas,

    ich wollte dir unbedingt mal schreiben, dass ich deinen Bloq total liebe!
    Mach bitte weiter, jeder Artikel ist genial und immer interessant :)
    Auch das heutige Thema passt mal wieder genau in mein Leben.
    Seitdem ich versuche die unbequemen Momente nicht mehr zu vermeiden
    und teilweise richtig die Herausforderung darin suche, habe ich einfach viel mehr
    erreicht als sonst, hab kaum noch Probleme mit solchen „Ungemütlichkeiten“ und
    mache viel mehr Erfahrungen im Leben..

    Viele liebe Grüße,
    ein Fan 😉

  • Thomas Frütel Beitragsautor

    Danke für den Kommentar! Es freut mich zu lesen, dass andere ähnliche Erfahrungen machen wie ich.

    Schöne Grüße,
    Thomas