Power Posing: Eine Frage der Haltung 2


Power PosingEine gerade und aufrechte Körperhaltung ist unverzichtbar für einen langfristig gesunden Bewegungsapparat. Auch ist weithin bekannt, wie wichtig Körpersprache und Haltung bei der Gesprächsführung sind. Über die Positionierung von Kopf, Armen und Beinen kommunizieren wir ebenso, wie mit Worten und unserer Mimik.

Das alleine ist Grund genug, sich immer mal wieder achtsam mit der eigenen Haltung auseinander zu setzen. Forschungsergebnisse der Havard Professorin Amy Cuddy belegen nun, dass die Körperhaltung noch viel weitreichendere Auswirkungen auf unser Leben haben kann.

In einer kürzlich durchgeführten Studie konnte Cuddy belegen, dass die Haltung nicht nur die Wahrnehmung durch andere Personen, sondern auch die eigene Körperchemie beeinflussen kann. Insbesondere die Balance der Hormone Testosteron und Cortisol lässt sich durch die Einnahme bestimmter Posen optimieren. Zwei Minuten in einer sogenannten Power Pose genügen, um sowohl hormonelle Veränderungen herbeizuführen, als auch Selbstbewusstsein und Risikobereitschaft zu erhöhen.

Power Posing im Experiment

Im Rahmen der Studie wurden 42 männliche und weibliche Versuchspersonen in eine »High-Power-Pose« und eine »High-Power-Pose« Gruppe unterteilt. Die Teilnehmer in der High-Power Gruppe mussten dann für jeweils eine Minute zwei dominante, selbstsichere Posen einnehmen. Die Personen in der anderen Gruppe brachten dagegen zwei Minuten in defensiven Haltungen zu. Die Personen wussten dabei nicht, worum es in der Studie ging, man sagte ihnen, die jeweiligen Haltungen wären zur Kalibrierung von EEG-Elektroden nötig.

Power Posing

Bei einem darauffolgenden Test zur Risikobereitschaft erwiesen sich die Teilnehmer der High-Power Gruppe deutlich mutiger als die Low-Power Kandidaten. Auch in einer Befragung zeigten sich die High-Power Versuchspersonen optimistischer und kraftvoller, als die Teilnehmer der anderen Gruppe.

Noch interessanter war, was die Forscher mittels eines Speicheltests über den Hormonspiegel der Probanden herausfanden: Die High-Power Teilnehmer hatten einen um 19 Prozent erhöhten Testosteronspiegel, sowie einen um 25 Prozent verringerten Cortisol-Wert. Bei der anderen Gruppe war Testosteron um 10 Prozent abgefallen und das Cortisol um 17 Prozent angestiegen. Eine derartige Verschiebung dieser Verhältnisse ist für jeden interessant, der seine Leistungsfähigkeit optimieren möchte.

Erfolg durch Posen?

So positiv die Auswirkungen der Power-Poses erscheinen: Amy Cuddy warnt davor, überzogene Machtposen in der direkten Interaktion mit anderen Personen einzunehmen. Schnell wird man als aggressives Alpha-Tier abgestempelt, was den erhofften Effekt untergraben kann. Stattdessen empfiehlt die Sozialpsychologin, Power-Posen bereits vor wichtigen Ereignissen einzunehmen, zur Not auf der Toilette.

Eine weitere interessante Studie zur Körperhaltung wurde an der Ohio State University veröffentlicht. Diese belegt, dass Personen, die Aufrecht an ihrem Tisch sitzen, ihren eigenen Ideen weitaus mehr Vertrauen schenken.

Es sich lohnt sich also, sich bewusst mit der eigenen Körperhaltung auseinandersetzen. Mit relativ geringen Aufwand kann man sowohl Fremd- als auch Selbstwahrnehmung beeinflussen, und nebenbei sogar den Hormonspiegel optimieren. Für mich klingt das nach einem weiteren mächtigen Werkzeug für ein erfolgreicheres Leben.


Über Thomas Frütel

Thomas Frütel ist Softwarearchtitekt, Kraftsportler, Gesundheitsfanatiker und Familienvater. Auf idealkraft.de schreibt er über alles, was mit menschlicher Leistungsoptimierung - Human Performance Optimization - zu tun hat.


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